Express Kernsanierung eines ganzen Wohnhauses

Immobilienbesitzer kennen das- egal wie sehr und wie gut sie ihr Haus pflegen, irgendwann wird im Laufe der Jahre erst eine Renovierung, sehr viel später auch eine Sanierung notwendig. 

Ganz ähnlich stellte sich die Situation auf dem Schulacker beim Wildbienenhaus dar. Die vielen Mieter haben im Laufe der Zeit ihre Spuren hinterlassen, mehr noch aber Wind und Wetter. Was tun? Neukaufen? Komplett entsorgen? Oder doch behalten?

Zum Glück für den Schulackerverein und auch alle Wildbienen gibt es Lutz Illbruck. Der fleißige Wehrheimer "Upcycler" entschloss sich, das Wildbienenhaus einer Kernsanierung zu unterziehen. Ausräumen, Unrat beseitigen, schleifen, schmirgeln und zum Schluss: ölen.

Alles ohne Chemie, schließlich sollen die neuen Mieter echt "Bio" wohnen. 

Mit viel Liebe und Geduld hat er das Haus also wieder in einen ansehnlichen Wohnkomplex verwandelt in den die neuen Mieter in diesem Frühjahr einziehen können. Schneller baut sonst keiner, so viel ist sicher. 

Auch wenn die neuen Bewohner keine Miete zahlen, so sind sie auf dem Schulacker sehr willkommen. Der Verein freute sich über das Engagement von Lutz Illbruck, der das Haus auch schon wieder auf dem Schulacker installiert hat. 

Neue Termine stehen fest

Nachdem sich eine kleine Schar von Mitgliedern des Schulackervereins zum ersten Treffen im neuen Jahr auf den Weg zum Biohof Etzel gemacht hatte, gab es nicht nur viel zu erzählen, sondern auch einiges zu planen. Die neuen Termine für alle Mitglieder und Interessierte stehen nun fest und sind ab sofort unter der Rubrik "Aktuelles" zu finden. 

Ihr habt Lust mitzumachen? Dann meldet Euch doch gerne beim Vorstand. Wir freuen uns über Euer Interesse.

Neues Jahr, neue Herausforderungen                     Beate gibt’s jetzt mal zwei

Die geballte Frauenpower nach der Vorstandswahl: Beate Westphal von Irmer (zweite Vorsitzende), Beate Illbruck (Vorsitzende) und Katharina Lommel-Mank (Beisitzerin, von links nach rechts). 

 

 

 

 

 

 

Foto: Tatjana Lenz

Die Kartoffel ist und bleibt ein Schwerpunktthema in der gemeinsamen Arbeit des Schulackervereins und der Limesschule. Das war in der Jahreshauptversammlung am Mittwochabend, 8. November Konsens aller Beteiligten. Allerdings muss der Verein in den kommenden fünf Jahren neue Wege gehen, damit der Acker wieder die beliebten Früchte trägt, stellte die Vorsitzende Beate Illbruck, in der Versammlung vor.

Denn in den 23 Jahren seit Bestehen des Vereins, seien auf dem gestifteten Schulacker eben nur Kartoffeln und Hafer angebaut worden. In der Landwirtschaft entspricht das allerdings nicht der notwendigen Fruchtfolge, so dass der Boden zu wenig Humus im Laufe der Zeit bilden konnte. Außerdem habe der Verein auch Topinambur ausgepflanzt mit der Folge, dass es nun ein Überschuss an der kartoffelartigen Pflanze gebe. Zu viel, um weiterhin Kartoffel anzupflanzen, so dass nun kreative Lösungen gefragt sind. Doch zunächst einmal kam die Idee auf, dass sich alle Interessierten Bürger nun bis Ende November selbst mit Topinambur versorgen können. Dazu dürfen sie einfach auf den Acker gehen und sich die Knollen ausgraben.

Jetzt sei dafür die beste Zeit, betonte der Vorstand, da die Knollen derzeit besonders schmackhaft sind. Was dann nicht geerntet wurde, soll zwischen Dezember und Frühjahr umgepflügt werden. Dafür möchte der Verein auf professionelle Hilfe mittels Manpower und Maschinen aus der Landwirtschaft setzten.

In den kommenden vier bis fünf Jahren müsse die Feldwirtschaft umgestellt werden, so dass es auf dem Schulacker keine Kartoffeln zu säen oder ernten geben wird. Das bedeutet für die Limesschüler, für die der Schulacker ein wunderbarer Lernort ist, dass sie den Schulacker weiterhin besuchen werden, allerdings mit anderen thematischen Schwerpunkten, betonte Schulleiterin Katharina Lommel-Mank und die Vorsitzende Beate Illbruck.

So könnten Kartoffeln im Prinzip des „Urban Gardening“, also über das Bepflanzen von Säcken von den Schülern erfolgen, Saatkugeln für den Schulacker hergestellt und ähnliche Projekte umgesetzt werden. Eines stand jedenfalls schnell fest, auch wenn der Acker nun durch die Übernutzung Ruhe braucht, langfristig wird er weiterhin der Lernort für die Schüler bleiben. Das sei nun erst einmal eine Herausforderung, dennoch zeigten sich die Mitglieder zuversichtlich, dass die Transformation gelingen werde.

Positiv diskutierten sie auch einen Antrag Schatzmeister René Fleischer. Der konnte am Abend zwar nicht persönlich anwesend sein, hatte aber sein Zahlenmaterial nebst Antrag an die Versammlung übermittelt. Da der Verein finanziell auf gesunden Füßen steht, stellte er den Antrag, dass sich der Schulackerverein mit einen Zuschuss über 1000 Euro an dem Kauf für einen Tanklastwagen beteiligt. Kaufen möchte ihn die Wehrheimer BUND-Ortsgruppe, um das notwendige Wasser für die Landschaftspflege transportieren zu können. Auch die Gemeinde Wehrheim habe eine Beteiligung über 500 Euro in Aussicht gestellt, sofern sich weitere Naturschutzgruppen beteiligen. Überaus wohlwollend diskutierten die Mitglieder den Antrag, da allerdings noch ergänzende Informationen fehlten, vertagte die Versammlung die finale Entscheidung erst einmal.

Ganz leicht und eindeutig fielen hingegen die Entscheidungen bei den Vorstandswahlen. Genug Arbeit, um sich zu klonen hatte die Vorsitzende Beate Illbruck bislang schon, weshalb es für die Mitglieder keine Frage war, die engagierte Vorsitzende im Amt zu bestätigen. Manchmal möchte man sie auch klonen, so viel gibt es zu tun und zu organisieren. Das hat, zumindest auf der Namensebene funktioniert. Denn neben der Bestätigung der Vorsitzenden im Amt, gibt es nun auch eine weitere Beate, die Beate unterstützt. Allerdings heißt die neue Stellvertreterin Beate Westphal von Irmer und löste die ausgeschiedene Laura Kupka ab.

Über die Finanzen wacht René Fleischer weiterhin, während Katharina Lommel-Mank von der Schriftführerin auf die Position der Beisitzerin wechselte. Auch wenn die Schriftführung und auch ein zweiter Kassenprüfer in der Versammlung vakant blieb, sollen im Laufe des kommenden Jahres Nachfolger gefunden werden, die Lust haben etwas mitzubewegen. Verabschiedet hat der Vorstand mit bestem Dank Beisitzerin Corinna Fuß aus ihrem Amt, die nicht zur Wiederwahl stand.

Damit ist zwar das offizielle Schulackerjahr zu Ende, Stilstand ist aber nicht zu erwarten. Denn schon am 31. Januar, um 19.30 Uhr sind alle Mitglieder zu, Neujahrsempfang auf den Hof Etzel geladen. Dann werden die Termine für das kommende Jahr in geselliger Runde besprochen.

 

 

Von Tatjana Lenz

Der Topinambur ist reif!

Bis ende november 2023 dürfen alle bürger kostenfrei die knollen ausgraben

Da sagt ein altes Sprichwort, man erntet was man sät. Pustekuchen! Beim Schulackerverein Wehrheim muss keiner mehr etwas säen, wenn er nun etwas ernten möchte. Denn es gibt in diesem Jahr ein einmaliges Angebot an alle interessierten Bürger. Wer Lust hat ab sofort bis Ende November Topinambur zu ernten, der darf dazu einfach auf den Schulacker gehen und sich so viel von der essbaren Knolle ausgraben, wie er möchte. Anfang Dezember soll der Acker dann grundgepflügt werden, weshalb das Angebot begrenzt ist. Die Ernte des Topinambur fällt in diesem Jahr so reichlich aus, dass der Verein beschlossen hat, die Knollen allen Interessierten kostenlos zur Verfügung zu stellen. Einzige Bedingung: Sie müssen selbst ausgegraben werden. Dafür braucht es weder Vorkenntnisse noch größere Gerätschaften. Eine Grabgabel reicht und ein Gefäß, um die Ausbeute wegzutragen. 

Was mache ich aus Topinambur?

 

 

Gebratener Topinambur mit Knoblauch

 

 

 

Zutaten:

 

800 g Topinambur

3 EL Rapsöl

Salz 

Pfeffer aus der Mühle

2 Knoblauchzehen

4 Stiele

Petersilie

Zitronensaft

 

Zubereitung:

Topinambur putzen, gründlich waschen und in 3–4 mm dicke Scheiben schneiden. In einer beschichteten Pfanne Öl erhitzen und Topinambur zugeben, salzen, pfeffern und bei geringer Hitze 10–15 Minuten goldbraun braten. Ab und zu wenden und gleichmäßig bräunen lassen. Knoblauch schälen, in Scheiben schneiden und während der letzten 5 Minuten ebenfalls leicht bräunen.

Petersilie waschen, trocken schütteln und hacken. Gebratenes Gemüse damit bestreuen und mit Salz, Pfeffern und Zitronensaft abgeschmeckt servieren.

 

Ernten was man säht

Die Ernte ist reif! Bestes Wetter und ganz viel Spaß hatten die Schüler der Jahrgangsstufe 4 dieser Tage auf dem Schulacker. Der Grund: Sie ernteten, was in diesem Fall andere für sie gesät hatten. 

Das Aussäen übernehmen üblicherweise die Klassen der ersten Jahrgangsstufe. Im Laufe ihrer Schulzeit besuchen sie dann den Acker mehrfach, um das Feld zu pflegen, die Besonderheiten der Natur kennen zu lernen und sich den Kreislauf und auch die verschiedenen Stadien des Wachstums, die es braucht, kennen zu lernen, bevor sie dann auch ernten dürfen. 

In dieser Woche machten sich die Kinder der vierten Klasse ein letztes Mal auf den Weg zum Schulacker, um nun endlich Kartoffeln zu ernten. Ein fleißiges, emsiges Gewusel auf dem Feld, aus dem die Kinder die vielen Kartoffeln holten. 

Mit Schaufel und Eimerchen ausgestattet, gab es in der Erde die dollen Knollen zu entdecken. Ein großer Spaß für alle, zumal das Wetter beste Bedingungen bot.

Am kommenden Sonntag, 8. Oktober, feiern die Kinder gemeinsam mit allen eingeladenen Besuchern gemeinsam das Erntefest auf dem Schulacker.

Was es zu essen gibt? Ganz klar, auf jeden Fall Kartoffeln. In der Zeit von 13 bis 15 Uhr sind alle Mitglieder, vor allem aber auch Interessierte eingeladen, dort zu feiern. 

Parkplätze gibt's am Kindergarten, den Rest des Weges bitten wir Euch zu Fuß zurück zu legen. Wer den Schulacker kennen lernen möchte, Interesse an der Arbeit hat oder ganz einfach neugierig ist, ist selbstverständlich ganz herzlich willkommen. 

Es summt herrlich auf dem  Schulacker

Der längste Tag im Jahr

Zum Midsommerfest war es auf dem Schulacker auch stets ein bisschen romantisch geschmückt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Beate Illbruck

Es summt so herrlich auf dem Schulacker

 

Natur erleben in all seiner Vielfalt, das gab es nun zum Tag der Bienen im Rahmen des Naturschutzerlebnistages. Schon in den Jahren vor Corona, hat der Schulackerverein zum Naturschutzerlebnistag auf den Schulacker auf dem Bügel eingeladen. "In den vergangenen Jahren haben wir diesen Tag dann auch noch unter ein besonderes Motto gestellt", erinnerte die Vorsitzende des Vereins, Beate Illbruck an die Gepflogenheiten. 

Am vergangenen Samstag war es dann wieder soweit gewesen. Endlich wieder ein Naturschutzerlebnistag, der nicht unter den Vorzeichen der Pandemie stand und die Menschen ganz einfach in der Natur zusammen kommen durften. 

Kaffee und Kuchen hatten die Gastgeber reichlich im Angebot und auch das Wetter zeigte auf vielfältige Weise, dass Naturschutz nicht nur eitel Sonnenschein ist. 

Imker Andreas Kramer, der seit einiger Zeit seine Bienevölker am Schulacker stehen hat, war ebenfalls gekommen, um über die Biene, ihre Lebensbedingungen und ihr Umfeld zu informieren. Normalerweise hätte er auch eine der herrlichen Waben aus den Stöcken gezeigt, doch durch den aufkommenden Regen, war unter den Bienen ein gewisser Missmut aufgekommen. Regen stört sie nämlich bei der Arbeit und im Stock wird's dann zeitweise etwas enger. Das wiederum finden die Wabenbauer und Ammen, die sich um die Brutaufzucht kümmern nicht so schön, denn dann müssen in dem Stock alle ganz schön eng zusammen rücken. Doch nicht nur die Honigbiene stand bei Andreas Kramer im Mittelpunkt, sondern auch die Wildbiene. Beide sind für den sensiblen Ökokreislauf und damit auch für den Menschen von besonderer Bedeutung. Schließlich gilt: Ohne Bestäubung keine Früchte, ohne die kein Obst für den Menschen. 

"Hier hängt alles mit allem zusammen", sagte Illbruck, die auch auf die Arbeiten in den vorangegangenen Tagen mit einer ersten und zweiten Schulklasse der Limesschule verwies. So hatte eine erste Klasse zunächst einen Blühstreifen rund um das Feld ausgesät. Den Samen hatten die Kinder verteilt und so einen ersten Schritt zur Vorbereitung des Feldes für die Aussaat unternommen. Dabei zeigte sich, dass der Boden noch recht fest und trocken war. Etwas einfacher hatten es da die Kinder der zweiten Klasse, die nur wenige Tage später mit der Kartoffelaussaat begannen. "Auch sie mussten in den festen Boden stechen, der aber immerhin durch den Regen schon etwas aufgelockerter war, als noch beim Aussäen", sagte Illbruck. 

Unter Einsatz der historischen Maschine machten sich die Schulkinder an die Arbeit und lernten zugleich, wie man Kartoffeln in den Boden setzten muss, damit sie gut gedeihen. Die Naturkranz-Blütenmischung bringt Bauer Etzel aus Wehrheim schon seit 23 Jahren aus, um all die vielen großen und kleinen Nützlinge zu unterstützen, die für ein gutes Gedeihen auf den Feldern notwendig sind. Ebenfalls Unterstützung hat der Hof dabei von Junglandwirt Paul Glaßner, der dieses Mal auf dem Acker die Furchen zog, in die die Kinder die Kartoffeln legten. 

Der feine Nieselregen, der sich zwischen den Sonnenschein mischte, machte deutlich, dass die Gemeinschaft jeder Witterung trotzt. Denn obwohl es zeitweilig ein bisschen ungemütlich war, wollte trotzdem niemand schnell wieder nach Hause. Im Gegenteil. Dicht beieinander genossen die Besucher den Vortrag und Ausblick, auch auf das, was da noch kommt. 

 

 

 

 

 

Von T. Lenz

Einzug und Ausblick

Es gibt jetzt wieder neue Bewohner auf dem Schulacker.

Wir haben neue Mieter auf dem Schulacker. Wer da jetzt allerdings an zwei Zimmer, Küche, Bad denkt, den müssen wir enttäuschen. Auch wenn es ganz bestimmt toll ist, direkt am Feld und der Natur zu wohnen. Die neuen Mieter haben nur ein einziges Zimmer bezogen, wenn auch jeder für sich eins, das alles inkludiert. Miete zahlen sie selbstverständlich nicht, sondern wir hoffen, dass sie ganz einfach ihre Arbeit in dem sensiblen Ökosystem leisten. Wahrscheinlich vermutet ihr es schon, es geht nicht um Menschen, sondern um die neue Generation von Wildbienen. Die haben in diese Woche ihr neues Zuhause auf dem Schulacker bezogen und das unter den aufmerksamen Augen der Schulklasse 2C der Limesschule. 

Gemeinsam haben sie mit der Vorsitzenden Beate Illbruck, die Wildbienen in das ihr neues Heim am Rand des Schulackers gesetzt, wo sie nun Zeit haben sich einzugewöhnen und wenn es warm ist, auszuschwärmen. 

Wildbienen sind, genauso wie Honigbienen, wichtige Helfer in der Natur, die Bestäuben und Schädlinge fressen. Auch ein Grund, warum sie Teil des Projektes Schulacker Wehrheim sind, der beim Betreiben des Schulackers, das Ökosystem als Ganzes im Blick hat und die Zusammenhänge vermitteln möchte. 

In dieser Woche gab es aber nicht nur den Einzug von Wildbienen, seit dem 4. März gibt es auch neue Ausblicke. Für alle Besucher auf dem Bügel und am Schulacker! Yeah!

Denn vergangenen Samstag hat sich ein kleiner Trupp Helfer am Vormittag auf dem Schulacker eingefunden, um die neue Bank aufzustellen. (Hintergründe dazu findet ihr in unserem Archiv, da wir an dieser Stelle schon davon berichtet haben.)

Das Wetter war nicht gerade für ein Picknick gemacht und außerdem mehrten sich die Zahl der Krankmeldungen. Kein Wunder bei dem Wetter! Doch das Wetter ist ja nicht unser Gegner, sondern wir arbeiten damit und so gut es geht. 

Der Standort war schnell ausgemacht, dann war Muskelkraft gefragt. Anheben, drehen, ablassen, noch mal drehen... gut, die Prozedur hat sich ein paar mal wiederholt, dann stand sie am richtigen Platz. Gut verankert und mit Blick gen Heimatort bietet sie nun allen die den Ausblick genießen wollen, einen wundervollen Platz. In der Tat sind die Menschen eingeladen darauf Platz zu nehmen, inne zu halten, die Natur zu genießen und bei Bedarf auch ein wenig über die ökologischen Zusammenhänge in der Natur, dem Acker und dem Menschen zu philosophieren.

Die kleinsten Helfer, die die großen kräftig anfeuerten, haben die neue Bank übrigens als Erste ausprobiert. Fazit: Auch mit vielen kann man sich da ganz prima einkuscheln und die Aussicht genießen. Und das bei fast jedem Wetter!

Also, viel Spaß beim Nachmachen.

Chill mal! Oder:                                Wie man mit einer Bank Tetris spielt

Vor geraumer Zeit hatte der Vorstand des Schulacker Vereins beschlossen, dass der schöne Aussichtsplatz auf dem Bügel einen neuen Sitzplatz braucht.

Nicht irgendeinen. Einen richtig schönen, auf dem alle nach Herzenslust lümmeln können. Das heißt eine breite Bank auf der wenigstens drei Personen Platz haben.

Nun, wer den Boden bearbeitet, der muss nicht auch automatisch Bänke bauen können, also hat der Vorstand beschlossen, diese Bank kauft der Verein.

Bei den Sozialen Diensten aus Schotten war die Bank aus heimischen Hölzern schnell bestellt und gebaut. Für die Sozialen Dienste spricht die Ausrichtung, denn sie kümmert sich um Teilhabe für Menschen mit und ohne Behinderung.

Vergangene Woche kam dann der Anruf, die Bank ist fertig zum Abholen.

Schotten- kann ja so weit nicht sein, war der erste Gedanke. Über die Autobahn geht’s auch normalerweise recht fix, wäre da nicht der Anhänger, den sich Beate und Lutz Illbruck noch ans Auto hängen mussten, um die neue „Chiller-Bank“ ins Apfeldorf zu bringen.

Der erste Eindruck? Ein Prachtstück! Aber: Upps, ganz schön sperrig. Durch die Werkstatt-Tür passte sie noch gerade so. Doch dann war’s ein bisschen wie beim guten alten Tetris-Spiel. Wie rum passt die überbreite, große Bank auf den kleinen Kipplaster? Direkt drauf? Geht nicht. Dann also hochkant? Nee, funktioniert auch nicht? Etwa auf die Sitzfläche? Nein, auch dafür zu groß und würde über den Anhänger hinaus ragen.

Was nun? Drei Mann, perfektes Augenmaß und zugegeben, einige Versuche später, die Bank liegt. Auf der Seite und wirklich jeden Millimeter ausnutzend, fixierte sie so dann ein riesiger Spanngurt.

Über 100 Kilogramm bringt das gute Stück auf die Waage. Dass sie dabei dennoch auf der Fahrt bei jedem Schlagloch eine ungemeine Eigendynamik entwickelte, machte die Fahrt zum reinsten Abenteuer.

Und so mussten Beate und Lutz Illbruck wahrlich häufiger anhalten, um alles wieder festzustellen, dass diese überaus agile Holzbank auf der Ladefläche bleibt und sich nicht im nächsten Graben selbstständig macht.

Durch Schneelandschaft und im Schneckentempo, (an Autobahn war mit dieser Fracht nicht zu denken), ging es dann vorbei am winterlich weißen Hoherodskopf zurück nach Hause.

Acht Stunden und gefühlte 200 Schlaglöcher später steht sie nun warm und trocken in der Schwalbenscheune auf dem Bio-Hof Etzel und wartet darauf, ihren künftigen Heimatstandort auf dem Bügel am Schulacker zu beziehen.

 

Wer Lust und Zeit hat, schon mal Probe zu sitzen, oder den Verein gerne kennen lernen möchte, der ist für den Samstag, 4. März, um 11 Uhr herzlich eingeladen beim Aufstellen am Schulacker zu helfen. Dann gibt’s bestimmt auch die Gelegenheit das erste Mal Platz  zu nehmen und die tolle Aussicht auf dieser mega Bank zu genießen.

Einfach hinkommen oder beim Vorstand melden. 

Durch die Werkstatt-Tür passte die Bank noch gerade so...

Wie passt so eine große Bank auf den kleinen Anhänger?Die Aufgabe erinnert an Tetris spielen. 

So könnte es am Ende passen.

So rum wird's auf jeden Fall nichts mit dem Aufladen...

Durch die Schneelandschaft...

...ging es dann endlich nach Wehrheim.

Erst einmal galt es die genaue Position der neuen Bank zu definieren...

... und zwar ganz genau!

....um dann nach getaner Arbeit Platz nehmen. Wenn man sich bei der aktuellen Kälte ganz doll zusammen kuschelt, dann kann man schon jetzt den Ausblick auf Wehrheim von der neuen Bank aus genießen.